Was wir wollen!

Wir möchten den Kindern und Jugendlichen nicht nur ein Dach über dem Kopf bieten und sie auf dem Weg in ein selbstständiges Leben begleiten. Wir möchten mit den Jugendlichen, natürlich in Abstimmung auf Ihre Wünsche und Interessen, Ihre Freizeit sinnvoll gestalten. Wir werden sie aktiv in die Welt des Sports, des Teamsports einführen, sie trainieren und fördern in ansässigen Sportvereinen, Sportclubs, Freizeitcentren oder bei Outdoor Veranstaltungen. Sollte es eine künstlerische Fähigkeit geben bei den Jugendlichen und sie haben Interesse daran und sind neugierig auf Weiterentwicklung, können wir ihnen auch in diesem Segment fördernd und entwickelnd zur Seite stehen. Auch im Bereich Musik, in Form von musikalischen Talenten an Musikinstrumenten oder gesanglich, haben wir Kapazitäten die Jugendlichen zu unterstützen und Ihnen vielleicht auch so, eine Möglichkeit zu bieten ihr Talent in die berufliche Laufbahn zu integrieren. Es ist mehrfach bewiesen, dass Sport, Kunst und Musik sich mehr als positiv auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, eines jeden Menschen, auf Ihr Wesen auswirkt und gerade in therapeutischer Hinsicht schon große Ziele erreicht wurden.

In der Kunst-, Musik- und Sporttherapie kann ein Mensch etwas ausdrücken, wofür es keine Sprache gibt und Worte nicht mehr greifen.

Wir begleiten und unterstützen sie intensiv auf Ihrem Weg zur schulischen und beruflichen Ausbildung, auf Ihrem Weg in ein eigenständiges Leben.

In unserem Haus, begegnen sich Jugendliche aus verschiedenen sozialen, ethnisch- kulturellen, weltanschaulichen und religiösen Hintergründen. Wir möchten regelmäßige Gruppen- und Einzelsitzungen halten zu den Themen, Weltgeschehen, Menschlichkeit, Persönlichkeitstraining, das ICH und DU in der Familie, in der Gruppe, in der Gesellschaft. 

Wir fördern, im Sinne unseres Freizeitkonzepts, nicht nur die soziale und die emotionale Reife eines Kindes, eines Jugendlichen, sondern auch deren kognitive und physische Entwicklung. Sie sollen zunehmend Ihre Selbständigkeit und soziale Kompetenz im Umgang mit anderen entwickeln bzw. weiterentwickeln, sie sollen wieder lernen mit ihren Gefühlen umgehen zu können um sich in schwierigen Situationen zurechtzufinden.

Wie gehe ich mit Konfliktsituationen um? Die Kinder und Jugendlichen sollen zudem ihre Fähigkeit weiterentwickeln Interaktionen zu beginnen, indem sie verhandeln und offen sind gegenüber neuen Ideen. Zuhören und dann reden. Die Meinung Anderer und Andersdenkender zu respektieren und zu akzeptieren. So versuchen wir ihnen untereinander zu zeigen, dass sie selbständig Entscheidungen treffen können bezüglich sich selbst und ihrer Zukunft, der anderen und ihrer Umgebung. 

Dies ist die Voraussetzung für selbständiges Denken, Selbstvertrauen und Verantwortung. Selbstvertrauen, eine wichtige Eigenschaft, die bei sehr vielen verloren gegangen ist. Es ist uns sehr wichtig, den Jugendlichen genau die gleichen Möglichkeiten zu geben, sich zu entwickeln, ihr Vorlieben zu stützen und zu fördern, ihre Möglichkeiten auszuschöpfen, wie wir es uns auch bei unseren eigenen Kindern wünschen.

Elternarbeit

Eine sehr gute, ressourcenorientierte und förderliche Elternarbeit ist ein wichtiger, umfangreicher und komplexer Auftrag, der bei uns tagtäglich weiterentwickelt und umgesetzt wird.

Die Elternarbeit gehört für uns als Erziehungspartnerschaft dazu. Die Elternarbeit hat in den vergangenen Jahren zunehmend einen höheren Stellenwert bekommen. Für uns bedeutet Elternarbeit :

  • Elternarbeit als eine gute Form der Kooperation zwischen pädagogischen Fachkräften und Eltern
  • Wichtige Merkmale hierbei sind: gemeinsame Jahresfeste, Elternabende/-Gespräche bis hin zur Krisenintervention
  • Partnerschaft auf gleicher Augenhöhe mit dem Ziel, die Kinder gemeinsam in ihrer Entwicklung zu fördern
  • Nicht nur leibliche Eltern, sondern auch alle direkten Bezugspersonen wie Großeltern, Stief- oder Pflegeltern des Kindes mit einzubeziehen

Die Zusammenarbeit ist uns wichtig, weil beide Seiten Experten auf ihrem jeweiligen Gebiet sind. Die Eltern haben das Wissen um die Biografie der Herkunftsfamilie, die aktuellen familiären Lebensbedingungen und die Hintergründe der Familie. Die pädagogischen Fachkräfte haben ergänzend dazu das pädagogische Fachwissen im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen, Gesprächstechniken, Reflexionsfähigkeit, Methodik und Didaktik.

Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die jeweils geeignete und an der Lebenswelt der Familien, der Kinder und Jugendlichen orientierte Hilfe. Ziel ist es, förderliche Ressourcen in ihrem Lebensumfeld zu aktivieren und sie so im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe zu fördern. So wird die langfristige (Re-) Integration des einzelnen Kindes und Jugendlichen in seine sozialen, familiären und sozialräumlichen Bezüge gewährleistet.

Die meisten Eltern wünschen sich nichts sehnlicher, als ihren Kindern in jeder Hinsicht das Beste zu geben. Doch was ist „Das Beste“? Eltern, die nicht allzu viel über sich selbst wissen, werden in ihrem Kind ein Sinnbild aller unverwirklichten Möglichkeiten ihrer eigenen Jugend sehen. So fassen sie nicht die Zukunft ins Auge, die als Entwicklungsrichtung für ihr Kind passt, sondern die Zukunft, die sie für sich selbst gewünscht hätten oder eben für ihr Kind als die Richtige ersehen. Eltern die schon etwas weiter sind und nicht nur den Zauber ihres Kindes als Symbol des neuen Lebens erkennen, sondern auch das große Geschenk, die Sorge für eine sich entwickelnde Seele zu übernehmen. Diese Seele ist ein einzigartiges Wesen und hat eine Reise durch das Leben vor sich, deren Route nicht im Voraus festgelegt werden kann.

Kinder haben einen eigenen inneren Lebensplan, der von äußeren Faktoren unabhängig ist. In jeder Familie werden die verschiedenen Kinder- auch wenn sie die gleichen Eltern und das gleiche soziale und ökonomische Umfeld haben- von den ersten Tagen ihres Lebens an deutlich verschiedene Persönlichkeiten und Reaktionsweisen auf die äußere Welt zeigen. Wenn wir unseren Kindern „Das Beste“ geben wollen, dann müssen wir erst herausfinden, wer sie sind und wie wir sie am besten unterstützen können- und zwar gemäß ihren Bedürfnissen und nicht denen der Eltern oder Anderer.

Über Kindererziehung gibt sehr viel Kluges zu hören und zu lesen. Doch keine einzige Regel kann jemals der einzigartigen Persönlichkeit eines Kindes gerecht werden.

In den Kindern spiegelt sich für uns sowohl eine tiefe Einsicht in die Kontinuität des Lebens als auch die Hoffnung auf die Zukunft. Statt „perfekte“ Eltern zu sein oder „perfekte“ Kinder erziehen zu wollen, sollten wir versuchen, das Recht des Kindes auf seine eigene Individualität zu achten und zu unterstützen. Dann kann sich eine Beziehung entwickeln, die von gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Anerkennung getragen ist. Eine solche Beziehung wirkt kräftigend und heilsam, statt uns und die Kinder zu verkrampfen, zu ersticken oder zu untergraben.

…Auszug/Vorwort aus dem Geburtshoroskop eines Kindes!

Ziele

Durch die Verbindung von Alltagserleben, pädagogischer Arbeit und therapeutischen Angeboten werden der gesetzliche Auftrag umgesetzt und die im Hilfeplan nach § 36 SGB VIII vereinbarten Zielsetzungen verfolgt. Dies beinhaltet gemäß § 34 SGB VIII die Förderung der Fähigkeiten des Kindes oder Jugendlichen, die Verbesserung der Lebensbedingungen in der Herkunftsfamilie und die Rückkehr in die Familie. Entsprechend der individuellen Ziele schaffen wir für die Kinder und Jugendliche die Voraussetzungen in einer Pflegefamilie zu leben oder fördern und begleiten ihre Kompetenzen, ein selbstständiges Leben zu führen.

Die Zielsetzungen des Leistungsangebotes sind insbesondere:

1. Psychische und emotionale Stabilisierung durch

  • Angebot von verlässlicher, kontinuierlicher Beziehung und Bindung
  • Schrittweise Heranführung an die Grundanforderungen des Alltags
  • Erarbeitung individueller, persönlich stärkender Handlungsspielräume
  • Entwicklung und Stärkung vorhandener, individueller Ressourcen

2. Schaffung einer Atmosphäre von Sicherheit und Wertschätzung durch

  • Gestaltung eines strukturierten Alltags
  • Benennen und Einfordern von Grenzen
  • Einüben von sozialen Verhaltensweisen und Einhalten von Regeln

3. Ausbau von sozial angemessenem Verhalten insbesondere

  • Anleitung zur Reflexion und Aktivierung individueller, persönlicher Stärken
  • Hinführung an eine Akzeptanz des persönlichen Unterstützungsbedarfs
  • Unterstützung und Hilfestellung zur Annahme der unterstützenden Angebote
  • Verlässliches Angebot zur Aufnahme und Aufrechterhaltung von Beziehungen
  • Kennen lernen und Einüben sozialer Kompetenzen

4. Individuelle Beschulung und pädagogische Begleitung im Schulalltag

  • Aufbau von Lernmotivation und Hilfestellung für die Entwicklung von Lernkompetenzen
  • Vermitteln von grundlegender personaler und sozialer Kompetenzen gemäß dem Bildungsplan der Schule
  • Förderung und Weiterentwicklung der lebenspraktischen Kompetenzen und der Fähigkeiten zur sinnvollen Freizeitgestaltung, mit Hilfe unserer angebotenen Module Sport, Kunst, Musik

5. Entwickeln von Lebens- und Zukunftsperspektiven

  • Einbeziehen des familiären Umfelds und seiner Erziehungsbedingungen / Elternarbeit als Erziehungspartnerschaft
  • Gesundheitsfürsorge
  • Erziehung zu eigenverantwortlichem, selbstbewusstem Handeln
  • Unterstützung und Begleitung bei der beruflichen Orientierung
  • Unterstützung bei Auf- und Ausbau eines sozialen Netzwerks zur nachhaltigen Integration
  • In Absprache mit den Sorgeberechtigten und dem zuständigen Jugendamt wird die Verweildauer entsprechend des Bedarfs im Einzelfall festgelegt.

Unsere Zielgruppe sind Jugendliche beiderlei Geschlechts. Das Angebot richtet sich an diejenigen, die aufgrund ihrer Erfahrungen Verhaltensauffälligkeiten, Ängste und Unsicherheiten entwickelt haben. Ihre Biografien sind häufig gekennzeichnet durch Vernachlässigung, Trennung, Verlust und Gewalt. Auch traumatische Erfahrungen durch Flucht und Vertreibung gehören dazu.

Ausschlussverfahren:

  • Wenn die Kinder oder Jugendlichen ihre Bereitschaft zur Mitarbeit grundsätzlich verweigern
  • Bei körperlichen u. o. geistigen Behinderungen, die eine Kontraindikation darstellen könnten (Bewertung durch behandelnden Arzt)
  • Bei akuter Sucht- und Drogenproblematik

Vorgehensweise:

Wir klären mit dem Jugendamt, den Eltern, Sorgeberechtigten und/oder Vormündern und deren Jugendlichen, welche Ziele mit der Unterbringung erreicht werden sollen (Hilfeplanung).

In Einzelgesprächen, moderierten Eltern-Kind-Gesprächen, Elterncoachings und Rollenspielen probieren Eltern neue Verhaltensweisen aus.

Wir unterstützen die Eltern im Umgang mit Ihren Kindern direkt vor Ort oder in unseren Unterkünften.

Unsere Mitarbeiter verstehen sich als Ansprechpartner für die ganze Familie.

Wir fördern den Aufbau von Selbsthilfestrukturen und bieten den Eltern Unterstützung und Beratung zur gegenseitigen Vernetzung an.

Qualitätsmanagement

Wir begreifen unsere Einrichtung als lernende Organisation. Im Rahmen der mit allen beteiligten Experten abgestimmten Hilfe- und Therapieplanungen stehen die individuellen Ressourcen der in unsere Obhut gegebenen Kinder und Jugendlichen im Zentrum unserer Arbeit. In Fallkonferenzen und in der Zusammenarbeit mit externen Supervisoren integrieren wir die unterschiedlichen fachlichen Perspektiven. Auf diese Weise gewährleisten wir einen gemeinsamen Blick aller Teammitglieder auf jede einzelne Persönlichkeit in den Wohngruppen.

Teamleitungen, Hausleitung und Geschäftsführung pflegen einen regelmäßigen Austausch in Einzel- und Gruppencoachings. Dies ist Teil unserer Qualitätsstandards zur Evaluation der Ziele. Die Reflexion der eigenen Entscheidungen und Vorgehensweisen im Kreis der Experten dient uns zur Überprüfung, Weiterentwicklung und Sicherung der Qualität und Transparenz unserer Arbeit.